Erste Hilfe beim Hund – was tun?

Auch Hunde können in eine Notsituation geraten und schnelle Hilfe benötigen. Dabei ist es wichtig, dass Hundebesitzer grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen, um im Notfall schnell und richtig reagieren zu können. In diesem Artikel sind kurz einige mögliche Notfälle beschrieben und was in der jeweiligen Situation zu tun ist, um eine Erste Hilfe-Versorgung an deinem Vierbeiner durchzuführen. Ebenfalls biete ich auch einen Erste-Hilfe-Kurs, bzw. allgemeine Schulungen für Besitzer von Tieren, Rettungsorganisationen (Feuerwehr, Polizei, Tierrettung) und Gemeinden zum Thema Insekteneinsatz, Kleintier-Rettungseinsatz & Tierrettungseinsatz an.

Erste Hilfe Hund - To Bee Safe

Nach der Ersten Hilfe ist es wichtig, dass dein Hund von einem Tierarzt nochmal durchgecheckt wird. Deswegen ist es von Vorteil die Telefonnummer und die Anschrift deines Tierarztes, bzw. deiner Tierklinik immer parat zu haben.

Erste Hilfe beim Hund

Notfall erkennen & entsprechend handeln

Atemstillstand

  • Symptome:
    Ein Atemstillstand beim Hund, kann durch fehlende Atemgeräusche, keinerlei Bewegung am Brustkorb, des Maules oder der Zunge erkannt werden.

  • Lebensgefährdende Ursachen beseitigen:
    Sollte der Hund stark bluten, kann auch dies die Ursache für den Atemstillstand sein. Stoppen Sie also die Blutung. Entfernen Sie mögliche Fremdkörper aus dem Rachen oder der Luftröhre umgehend.

  • Wiederbelebende Maßnahmen:
    Mund-zu-Nase Beatmung oder/und Herz-Lungen Reanimation.

Herzstillstand

  • Symptome:
    Ein Herzstillstand beim Hund wird durch fehlende Lebenszeichen, kein Herzschlag /Puls, keine Bewegung am Brustkorb, Maul oder Zunge sowie durch fehlende Atemgeräusche und keinerlei Reaktion auf Ansprache oder Schmerzreize (z.B. Ohr kneifen) gekennzeichnet.
  • Lebensgefährdende Ursachen beseitigen::
    Leinen Sie den Hund zunächst sicher an. Überprüfen Sie dann die Atemwege des Hundes und entfernen Sie mögliche Fremdkörper.
  • Wiederbelebende Maßnahmen:
    Mund-zu-Nase Beatmung oder Herz-Lungen Reanimation.

Bewusstlosigkeit

  • Symptome:
    Entsprechende Symptome sind plötzliche Ohnmacht, plötzliches zur Seite fallen und schlaff am Boden liegen sowie Reglosigkeit und fehlende Reaktion auf das Ansprechen.
  • Wiederbelebende Maßnahmen:
    Es ist ratsam, die Atmung, den Herzschlag, die Schleimhäute und den Kreislauf des Tieres zu überprüfen und bei Bedarf sofort einen Tierarzt aufzusuchen.

Erstickungsanfall

  • Symptome
    Fehlende Atemgeräusche, sowie keinerlei Bewegung am Brustkorb, dem Maul und der Zunge.
  • Lebensgefährdende Ursachen beseitigen:
    Umgehend lebensgefährdende Fremdkörper aus den Atemwegen und Rachen entfernen!
  • Wiederbelebende Maßnahmen:
    Heimlich Griff (Wichtig! Diese Maßnahme ist nur im absoluten Notfall bei komplett blockierter Luftröhre und akuter Atemnot durchzuführen, denn sie kann zu inneren Verletzungen, wie Rippenbrüchen und Quetschungen führen.)

Ertrinken

  • Symptome:
    Bewusstlosigkeit
  • Maßnahmen:
    1. Wenn der Hund bewusstlos ist, heben Sie ihn an den Hinterpfoten hoch und lassen Sie seinen Kopf frei hängen, um das Wasser aus seiner Lunge abfließen zu lassen.

    2. Wenn eine Hilfsperson verfügbar ist, kann sie auf den Brustkorb des Hundes klopfen, um das Abfließen des Wassers zu beschleunigen. Diese Maßnahme sollte für etwa 20 Sekunden durchgeführt werden.

    3. Bringen Sie den Hund dann in die rechte Seitenlage und überprüfe seinen Herzschlag und seine Atmung.

    4. Wenn keine Anzeichen von Herz- oder Atemaktivität vorhanden sind, müssen sofort weitere Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden. Dazu zählen folgende: Herzmassage bei Herzstillstand und künstliche Beatmung bei Atemstillstand.

    5. Halten Sie den Hund bei der anschließenden Fahrt zum Tierarzt warm.

Die wichtigsten Notfallmaßnahmen

Herzdruckmassage

Um eine Herzdruckmassage bei einem Hund durchzuführen, sollten Sie zunächst den Handballen Ihrer linken Hand einige Zentimeter hinter dem Ellbogen des Hundes auf seine Brust legen. Dann umschlingen Sie Ihre linke Hand mit der rechten Hand und beginnen, in kurzen, pumpenden Stößen auf den Brustkorb zu drücken, mit einer Frequenz von etwa einem Mal pro Sekunde.

Handelt es sich um einen kleinen Hund kann die Herzmassage auch einhändig durchgeführt werden, indem Sie Ihren Handballen direkt auf die Brust legen und mit kurzen, kräftigen Stößen drücken. Es ist wichtig, dass Sie während der Herzdruckmassage darauf achten, den Brustkorb vollständig zu entlasten – bevor Sie den nächsten Druck ausüben. Dies hilft, den Blutfluss zu verbessern und die Durchblutung des Herzens zu fördern.

Herz – Lungen Reanimation

Hierzu sollte der Hund zunächst auf die rechte Seite gelegt und der Kopf nach hinten gebeugt werden – die Zunge muss heraushängen. Achten Sie beim Herausziehen der Zunge darauf, ob Fremdkörper sich in den Atemwegen befinden – sollte dies der Fall sein, sind diese umgehend zu entfernen. Dann führen Sie eine Herzdruckmassage durch. Wie dies geht, wird im Bereich Maßnahmen beschrieben.

Mund-zu-Nase-Beatmung

Falls der Hund nicht atmet, muss umgehend eine Mund-zu-Nase-Beatmung (bei großen Hunden) oder eine Mund-zu-Maul + Nase-Beatmung (bei kleinen Hunden) durchgeführt werden. Bei Sauerstoffmangel oder einem Schock sollte auch eine Sauerstoffgabe erfolgen.

Heimlicher Griff (nur im absoluten Notfall):

  • Legen Sie den Hund auf die rechte Seite und schlagen Sie fünfmal kräftig auf die Schulterblätter, um den Fremdkörper zu lockern.

  • Positionieren Sie den Handballen knapp unter dem Brustbein oder unter dem Rippenbogen am Bauch des Hundes und drücken Sie ruckartig bis zu fünfmal, um eine Schubbewegung zu erzeugen.

  • Entfernen Sie den Fremdkörper aus dem Mund- oder Rachenraum des Hundes, wenn möglich.

  • Wenn der Fremdkörper nicht entfernt werden kann, können Sie den Hund an den Hinterfüßen packen und nach unten schütteln oder bei einem großen Hund dessen Brustkorb anheben und den Oberkörper vorsichtig nach unten schütteln.

  • Suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf, dieser kann mögliche Verletzungen behandeln.

Erste Hilfe beim Hund
Erste Hilfe beim Hund

Überprüfungsmaßnahmen

FAQ: Erste Hilfe beim Hund – Lebenswichtige Tipps für den Notfall

Ein Basisset sollte Verbandsmaterial (elastische Binden, sterile Kompressen), eine Schere, eine Zeckenzange, Desinfektionsspray (ohne Alkohol), eine Rettungsdecke und Kochsalzlösung zum Spülen von Augen oder Wunden enthalten. Auch ein Maulkorb oder eine Schlinghilfe ist wichtig, da verletzte Hunde aus Schmerz beißen können.

Häufige Anzeichen für einen Notfall sind blasse Schleimhäute (Zahnfleisch), Atemnot, Bewusstlosigkeit, eine harte, aufgeblähte Bauchdecke, unkontrolliertes Zittern oder anhaltendes Erbrechen. Wenn der Hund nicht mehr auf Ansprache reagiert oder starke Blutungen hat, ist sofort ein Tierarzt aufzusuchen.

Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie nicht, den Hund selbst zum Erbrechen zu bringen, da dies bei ätzenden Stoffen die Speiseröhre schädigen kann. Sichern Sie (wenn möglich) eine Probe des Köders und fahren Sie umgehend in die nächste Tierklinik. Achten Sie auf Symptome wie starkes Speicheln, Zittern oder Krämpfe.

Sichern Sie den Hund (Leine/Maulkorb) und untersuchen Sie die Wunde. Stoppen Sie starke Blutungen mit einem Druckverband. Reinigen Sie oberflächliche Wunden mit Trinkwasser oder Kochsalzlösung und desinfizieren Sie diese. Da sich Bisswunden fast immer entzünden, sollte jeder Biss tierärztlich untersucht werden.

Bringen Sie den Hund sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum. Kühlen Sie das Tier langsam ab, beginnend bei den Pfoten über die Läufe bis zum Körper (kein eiskaltes Wasser!). Bieten Sie lauwarmes Wasser zum Trinken an, aber flößen Sie es niemals gewaltsam ein. Suchen Sie danach sofort einen Arzt auf.

Typische Symptome einer Magendrehung sind vergebliches Erbrechen (es kommt nur Schaum), starkes Hecheln, Unruhe und ein sich schnell aufblähender, harter Bauch. Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand – jede Minute zählt, fahren Sie sofort in eine Klinik!

Prüfen Sie Atmung und Puls. Wenn kein Herzschlag fühlbar ist: Legen Sie den Hund auf die rechte Seite. Drücken Sie den Brustkorb (hinter dem Ellenbogen) ca. 100-120 Mal pro Minute kräftig ein. Bei zwei Helfern erfolgt nach jeweils 15 Kompressionen eine Beatmung über die Nase des Hundes.

Nein, geben Sie niemals Medikamente aus der Humanmedizin (wie Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol) ohne Rücksprache mit einem Tierarzt. Viele dieser Wirkstoffe sind für Hunde hochgiftig und können zu schweren Organschäden oder zum Tod führen.

Fazit

Denken Sie daran, dass Sie trotz Erste-Hilfe-Maßnahme und Erstversorgung, anschließend auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen, um Ihren Hund durchchecken zu lassen. Hier kannst du dir auch ein Infoblatt downloaden.